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Die erste Runde des ÖFB-Cups ist absolviert – zehn der zwölf Bundesligisten und ebenso viele der zwölf teilnahmeberechtigten Zweitligisten sind weiter. Die Duelle der zweiten Runde stehen fest.
Am Cup-Samstag blieb die große Sensation aus. Alle Vertreter der höchsten Spielklasse setzten sich gegen ihre jeweiligen Gegner durch. Der SCR Altach führte beim Cup-Debütanten aus Hirschwang zur Pause mit 2:0, ehe die Niederösterreicher kurz nach dem Seitenwechsel den Anschlusstreffer erzielten. Doch die über weite Strecken dominanten Vorarlberger stellten bald den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her und machten mit einem weiteren Treffer den Sack zum 4:1-Endstand zu. Der LASK kehrte auf die Hohe Warte zurück – an jenen Ort, an dem die Linzer vor exakt 60 Jahren ihren bislang einzigen Cup-Titel feierten. Auch beim Gastgeber, dem Wiener Sport-Club, blickte man diesem Traditionsduell voller Vorfreude entgegen. Doch die Hoffnung auf eine mögliche Sensation währte nicht lange: In Minute 12 gelang den Gästen mit ihrer ersten Chance das erste Tor. Bis zur Halbzeit sollten es weitere drei werden – sie markierten gleichzeitig den späteren Endstand (0:4). LASK-Coach João Sacramento meinte nach seinem gelungenen Pflichtspiel-Einstand: „Das Wichtigste ist nicht der Sieg, sondern wie er gelingt. Wir wollten gewinnen, aber mit einer ordentlichen Vorstellung. Der beste Weg, den Mannschaften aus den unteren Ligen Respekt zu zollen ist, mit vollem Einsatz zu agieren. Und das haben wir versucht.“ Die „Roten Bullen“ aus Salzburg benötigten bei Union Dietach, trainiert von Daniel Ruttensteiner – Neffe des ehemaligen ÖFB-Teamchefs –, bis in den zweiten Abschnitt, um die Partie endgültig zu entscheiden (4:0). Red-Bull-Tormann Alexander Schlager unterstrich noch einmal die Bedeutung, die der Cup auch auf sentimentaler Ebene haben kann: „Es ist auch für uns etwas total Besonderes, ich freue mich immer sehr auf die ersten Cup-Runden. Wir kommen alle von da, wir sind alle so aufgewachsen – es ist immer wieder schön, wenn man zum Ursprung zurückkehrt.“ Zweitliga-Aufsteiger Austria Salzburg hingegen musste sich gegen ASKÖ Oedt aus dem Bewerb verabschieden und sorgte damit für die einzige Sensation am Samstagabend. Hartberg gewann das Oststeirer-Derby in Lafnitz trotz 0:1-Rückstand noch mit 5:2.
Der Sonntag begann mit einer packenden Begegnung zwischen dem ASK Voitsberg und Rekordpokalsieger Austria Wien. In der 23. Minute kam die „Volksfeststimmung“ beim Zweitliga-Absteiger erstmals richtig auf: Der Underdog ging in Führung. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte glich der australische Neuzugang Noah Botic zum 1:1 aus. In Minute 57 brachte Stürmer Maurice Malone die „Veilchen“ erstmals in Führung. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Binnen zwei Minuten drehte der Regionalligist die Partie. Die Hauptstädter blieben zwar weiterhin gefährlich, nutzten jedoch keine weiteren Gelegenheiten – so blieb es beim 3:2-Heimsieg für die Truppe von David Preiß, der es bereits 2019 in seiner Zeit beim GAK schaffte, die Violetten aus dem Wettbewerb zu kegeln. Nach dem GAK ist die Austria der zweite Bundesligist, der den Einzug in Runde zwei verpasste.
Stadtrivale Rapid hingegen musste die Reise in den fernen Westen antreten, wo man von Wacker Innsbruck zum absoluten Traditionsduell empfangen wurde. Die Wacker-Elf zeigte sich im ausverkauften Tivoli äußerst aufopferungsvoll und verlangte den Grün-Weißen alles ab. Doch dieser Kampf blieb unbelohnt: In der 78. Minute hämmerte der Ungar Bendegúz Bolla einen Freistoß aus 16 Metern mit „geschätzten 120 km/h“ ins Kreuzeck. Kurz vor dem Abpfiff wurde es dann noch einmal richtig laut im Tivoli: Wacker Innsbruck hatte ausgeglichen – zumindest dachten das die nun wieder euphorischen Anhänger. Doch der Treffer wurde wegen eines Stürmerfouls aberkannt. Torschütze Okan Yilmaz meinte danach: „Es war eher ein Tor statt keines.“ Rapid-Trainer Stöger sah das ähnlich: „Wenn der Schiedsrichter das 1:1 gibt, darf man sich auch nicht beschweren.“ Am Ende blieb es also beim 1:0-Auswärtserfolg für die Hütteldorfer.
Duelle in der 2. Runde:
Voitsberg-Admira
Oedt-WSG
FAC-Stripfing
Dornbirn-RB Salzburg
Hertha Wels-St.Pölten
Marchfeld-Bregend
Lustenau-KSV
Schwaz-BW Linz
Röthis-Sturm
Amstetten-Vienna
Donau-Altach
Horn-LASK
Oberwart-Rapid
Reichenau-WAC
Gurten-Ried
Velden-Hartberg
Foto: © Wacker Innsbruck (Facebook)
