Gheorghe Hagi: Rumäniens Fußballkönig

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In Rumänien wird er als Genie, Phänomen und Inspiration gepriesen – und das nicht zu Unrecht. Denn Gheorghe „Gica“ Hagi spielte sich in den 90er-Jahren auch jenseits des „Eisernen Vorhangs“ in das Rampenlicht des Weltfußballs. Durch seine Übersicht und brillante Ballbehandlung sowie die Unberechenbarkeit, ob er nun einen genialen Pass in die Tiefe schlagen oder den Abschluss aus ungeheurer Entfernung selbst suchen würde, avancierte er bereits in jungen Jahren zum Prestigeobjekt des neostalinistischen Ceaucescu-Regimes in Rumänien. Nach dessen Fall Ende 1989 skandierten abertausende rumänische Anhänger „Hagi for president“. Als dem jungen Kicker nach dem Ende des Kommunismus alle Türen in Richtung Westen offenstanden, gab es nicht nur Lob: Oft wurde er schlicht als „osteuropäische Kopie des großen Diego Maradona“ betitelt. Doch mit prägenden Auftritten bei der WM 1994 und Galatasaray Istanbul sowie seinen Engagements bei Real Madrid und Barcelona, schlug die Kritik plötzlich in Ehrfurcht um. Die Ära des rumänischen „Fußball-Königs“ wirkt bis zum heutigen Tag nach und ist auch für Kicker jener Generation, die den großen Hagi mit der Nummer 10 nicht mehr miterlebten, ein elementarer Ansporn, niemals aufzugeben.

Eine Zukunftsaktie wird zum „Intimus des Ceaușescu-Regimes“

Die Geschichte des rumänischen Überfliegers begann am 5. Februar 1965 in einem kleinen Städtchen namens Săcele, das rund 20.000 Einwohner zählte. Gică (Kurzform für Gheorghe) wurde in bescheidene Verhältnisse geboren. Die sozialistische Republik Rumänien galt damals als „Armenhaus Europas“. Wirtschaftliche Not, Versorgungsengpässe und die ständige Sorge vor der berüchtigten Geheimpolizei prägten den Alltag, dem der Jungspund Hagi bald entfliehen sollte. Die Welt von Gheorghe drehte sich von Beginn an um einen Ball, wie er selbst zugab: „Das Schönste, was ich erlebt habe, war, als ich drei Jahre alt war und meine Eltern bat, mir einen Ball zu kaufen. Es hätte keinen schöneren Moment geben können. Und als ich den Ball zum ersten Mal sah, habe ich mich in ihn verliebt. Ich habe versucht, ihn zu kontrollieren, damit er nicht beißt.“

Der ballverliebte Junge kickte täglich stundenlang auf den verschiedensten Gassen der Stadt. Erst im Alter von zehn Jahren wagte er den Schritt in den organisierten Jugendfußball und heuerte beim FC Constanța an. Sein erster Trainer, Iosif Bükössy, erkannte Hagis Potenzial umgehend und erwies sich als großer Förderer. „Ich hatte das Glück, die besten Lehrer zu haben, die mich trainierten und mich besser machten. Ganz zu schweigen von all meinen Teamkollegen, denn sie alle halfen mir, besser zu werden. Denn ich betrieb Mannschaftssport, keinen Einzelsport. Es gab also viele Menschen in meinem Umfeld, die mir geholfen haben.“ In den 70er-Jahren wuchs Hagi mit dem großen niederländischen Team um Johan Cruyff auf. Noch konnte jedoch niemand ahnen, dass der rumänische Provinzkicker eines Tages zu Cruyffs „Lieblings Nummer 10“ werden sollte. Sein Jugendidol war Kevin Keegan.

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Nach einem kurzen Intermezzo in der Hauptstadt kehrte das nun bereits 17-jährige Talent zu seinem Heimatverein zurück und schaffte dort den Sprung in die Kampfmannschaft. Constanța hatte sich bereits in den vorangegangenen Jahren als Fahrstuhlmannschaft etabliert – und so blieb es auch in Hagis Debütsaison 1982/83: Die Mannschaft stieg sang- und klanglos in die Zweitklassigkeit ab. Doch Gică ließ erstmals aufhorchen: sieben Tore aus 18 Spielen gingen auf sein Konto. Hagi bezeichnete sich in seiner Jugend rückblickend als „egoistisch“ und „eigensinnig“. Auf der anderen Seite waren sein Gefühl für das Runde und seine Übersicht auf dem Platz unverkennbar. Auch das neostalinistische Ceaușescu-Regime wurde auf den Ausnahmekönner aufmerksam und forcierte im Sommer 1983 einen Wechsel Hagis zu Sportul Studențesc aus Bukarest, anstatt zu Universitatea Craiova, wie Gică das gerne gehabt hätte. Doch bei seinem neuen Klub sollte der 1,72 Meter große Kicker erst so richtig aufgehen.

Im Herbst 1983 wurde dem erst 18-jährigen Hagi ein besonderes Privileg zuteil: Im Testspiel gegen Norwegen durfte er erstmals das Trikot der rumänischen Nationalmannschaft überstreifen. Sein Debüt erfolgte unter Teamchef Mircea Lucescu, der später zugab, dass Hagi seine ganze Karriere beeinflusste. „Ich weiß nicht, was er in mir gesehen hat“, so Gică zu seiner ersten Einberufung, was seine bodenständige Art verdeutlicht. Sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft lief es für Hagi hervorragend. Mit Sportul Studențesc erreichte er 1983/84 den UEFA-Cup und durfte gegen Inter Mailand ran und mit Rumänien qualifizierte er sich in einer anspruchsvollen Gruppe mit Schweden, der Tschechoslowakei und dem amtierenden Weltmeister Italien für die Europameisterschaft 1984, wo man jedoch nicht den Hauch einer Chance hatte. Mit dem Hauptstadtverein ging es mit Hagi, der nun nebenbei an der Universität in Bukarest Betriebswirtschaftslehre studierte, steil bergauf. 1986 holte das Team die Vizemeisterschaft und erreichte damit seine beste Platzierung in der Geschichte. Für Hagi selbst reihte sich Triumph an Triumph: 1984/85 und 1985/86 wurde er zweimal in Folge Torschützenkönig der heimischen Liga und erhielt 1985 erstmals die Auszeichnung als „Rumäniens Fußballer des Jahres“. In 108 Spielen für Sportul erzielte er 58 Tore, wodurch er auch die Aufmerksamkeit des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu auf sich zog.

Genauso wie der Hauptstadtverein Steaua Bukarest. Im Jahr 1986 gewann der Armeeklub als erstes Team aus dem „Ostblock“ den Europapokal der Landesmeister. Der damalige Gegner war kein geringerer als der FC Barcelona. Steaua avancierte zum sportlichen Aushängeschild Rumäniens und galt de facto als Privatverein der Herrscherfamilie – geleitet von Valentin Ceaușescu, Sohn des Diktators Nicolae. Aufgrund der zentralen Steuerung des Sports mussten kleinere Vereine aus der Provinz ihre wertvollsten Kicker regelmäßig an Spitzenklubs abgeben. Die logische Folge: Hagi sollte ebenso Bestandteil der großen Steaua-Mannschaft werden. 

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Hagi wurde nicht nur zum Aushängeschild von Steaua. Foto: Beyond the last man

Im Februar 1987 veranlasste der Vereinspräsident Valentin Ceaușescu den Transfer Hagis – zunächst jedoch nur für ein Spiel. Der rumänische Hauptstadtverein traf im UEFA-Supercup auf Dinamo Kiew (UEFA-Cup-Sieger 1986) aus der Sowjetunion. Gică zeigte in Monaco groß auf und erzielte das Goldtor der Partie, worauf aus der Leihe ein dauerhafter Wechsel resultierte. Allgemein wurde spekuliert, dass Hagis früherer Verein Sportul dafür keine Gegenleistung erhielt.

Mit seinem neuen Arbeitgeber gewann der damals schon als Legende gehandelte Kicker jeweils dreimal in Serie die Meisterschaft (1987, 1988, 1989) und den Pokal (1987, 1988, 1989). In der Spielzeit 1988/89 stand die Mannschaft um Hagi erneut im Landesmeistercupfinale, hatte diesmal jedoch gegen den von Arrigo Sacchi trainierten, revolutionären AC Milan das Nachsehen (0:4). Im Jahr 1987 gehörte er zudem erstmals zum Kandidatenkreis für den Ballon d’Or. Der rumänische Ausnahmekönner wurde nun auch von den besten europäischen Klubadressen – jenseits des „Eisernen Vorhangs“ – heiß umworben. Auch der begeisternde Starkicker selbst wollte bei einer größeren Adresse anheuern und seinen Horizont erweitern. 

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Natürlich auch der finanziellen Verlockungen wegen, da mit dem rumänischen Fußball in den 80ern kein großes Geld zu verdienen war. Doch Hagi blieb – oder besser gesagt: Er musste bleiben, denn das repressive Regime untersagte ihm einen Transfer in das kapitalistische Ausland. Alle Angebote an das Prestigeobjekt des Regimes wurden vom Staatsoberhaupt höchstpersönlich umgehend abgelehnt – „Gheorghe ist unverkäuflich“, hieß es oft. „Der Diktator tat alles, um dem jungen Starspieler die Verlockungen aus dem Westen madig zu machen. Einmal schenkte Valentin Ceaușescu, Sohn des Herrschers, seinem Fußballfreund einen Mercedes mit Chauffeur und eine Villa mit Swimming-Pool. Dazu gab es vom Vater einen dreiwöchigen Kairo-Urlaub. Hagi selbst nahm die Sachen, ohne das System groß zu hinterfragen.“ Besonders Juventus Turin und der AC Milan umgarnten den als „Gott“ verehrten 10er – das Höchstgebot stand bei kolportierten elf Millionen Mark. 1987 wollte es die „Alte Dame“ aus Turin besonders wissen und unterbreitete ein umfassendes Angebot, das sich nicht nur an die eigentliche Personalie selbst richtete: „Der Verein bot an, eine Fiat-Fabrik in Bukarest zu bauen. Die rumänische Regierung lehnte aber ab.“ Der „Intimus des Ceaușescu-Clans“ äußerte sich erst Jahre später zu diesen Umständen: „Bei jedem Aufenthalt im Westen bekam ich Angebote. Wie gern hätte ich mich mit den Profis im Westen gemessen, mit den Großen im Fußball. Es wäre leicht gewesen, mich abzusetzen, doch das wollte ich nicht. Ich hätte meine Familie wohl nie wiedergesehen.“ Die unangenehme Pattsituation dauerte an.

Kulturschock in Madrid

Bis zum Dezember 1989, als das Ceaușescu-Regime in der rumänischen Revolution gestürzt wurde. Nach dem Ende des Kommunismus standen dem Superstar Hagi plötzlich alle Türen in den Westen offen, denn der Regimesturz zog die politische Öffnung des Landes nach sich. Der „Kommandant“, wie der Kicker aufgrund seiner Führungsqualitäten genannt wurde, absolvierte 1989/90 die letzte Spielzeit für Steaua, in der die Mannschaft sowohl in der Liga als auch im Cup das Nachsehen gegenüber dem Stadtrivalen Dinamo Bukarest hatte. In der deutschen Sportzeitung Kicker wurde damals ein Porträt von Hagi veröffentlicht, in dem es hieß, dass man ihn bald den „Maradona des Ostens“ nennen würde. Doch was machte den jungen Mann mit der Nummer 10 auf dem Trikot eigentlich so besonders? Er war der „Inbegriff des Allrounders“, sprich, er schlug nicht nur traumhafte Pässe, sondern suchte den Abschluss oft selbst – meist zappelte das Netz auch. Er liebe die Freiheit des Spiels, die Tiefe des Raumes und das Risiko des Passes. Viele Experten sind sich sicher, dass Hagi mit dem Ball tanzen konnte wie kaum ein anderer. Er stand außerdem für kühne Tricks und Abgebrühtheit, seine Übersicht sowie Distanzschüsse waren unverkennbar. „Er verfügte über eine klasse Ballbehandlung, eine außergewöhnliche Übersicht, konnte mit Pässen eine Abwehr filetieren oder den Ball aus der Distanz brutal ins Netz schweißen. Dazu besaß er ein Gefühl im Fuß, das die meisten nicht mal nach einer thailändischen Reflexzonenmassage haben.“

Im Sommer 1990 – noch vor den Transferverhandlungen – blickte die Fußballwelt nach Italien, wo die Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Auch Rumänien war erstmals seit 20 Jahren wieder vertreten. Die Gruppe mit der Sowjetunion, deren ballesterische Blütezeit schon weit zurücklag, dem aufblühenden Kamerun rund um Altmeister Roger Miller und Titelverteidiger Argentinien versprach ordentlich Spannung. Nach zwei Spieltagen standen die Albiceleste und die Tricolorii punktgleich auf dem zweiten Rang – Rumänien hatte immerhin das bessere Torverhältnis, wodurch ein Unentschieden zum fixen Aufstieg gereicht hätte.

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Gegen Irland war Endstation. Bild: The Irish Independent

Doch es kam alles anders. Der mittlerweile 25-Jährige kämpfte mit großen Anpassungsschwierigkeiten, wie er selbst zugab: „Ich war 25, wechselte aus dem Kommunismus zum größten Verein der Welt. Alles war anders, das Essen, die Sprache, die Menschen, das ganze Leben. Es war nicht einfach. Aber Hugo Sanchez hat mir geholfen. Er hat mir Spanisch beigebracht. Er war mein Zimmerkollege und wurde ein guter Freund. Genauso wie ‚El Buitre‘“ (Emilio Butragueño). In der Mannschaft von Trainer Alfredo Di Stéfano „litt Hagi aufgrund seiner langjährigen Rolle als großer Fisch in einem kleinen Teich unter einem Minderwertigkeitskomplex.“ Der 10er war von Sekunde eins an ständigem Druck ausgesetzt – nicht zuletzt aufgrund seiner Mitspieler war der Konkurrenzkampf einfach zu groß. „Ich versagte (…) Ich machte mir vor diesen ganzen Superstars fast in die Hosen. Es war wie damals in der Schule.“

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Ein "Königlicher". Foto: romaniansoccer

Die Saison 1990/91 lief verheerend: In der Meisterschaft wurde es nur Rang vier, in der Copa del Rey musste man sich bereits im Achtelfinale verabschieden und im Meistercup war im Viertelfinale Endstation – immerhin gewann Real den nationalen Supercup. Hagi steuerte überschaubare vier Treffer bei. Für die erzürnten Journalisten wurde der rumänische Spielmacher zum Sündenbock. Doch „ich habe aus Kritik und Niederlagen gelernt, sie haben mich stärker gemacht. Meine Stärke war, dass ich ehrgeizig war und besser sein wollte als andere.“

In Spielzeit Nummer zwei lief es deutlich besser. Hagi kam zu 35 Einsätzen und zeigte, dass er auch seinen Torjägerinstinkt nicht verlernt hatte: Zwölfmal traf er ins Schwarze. Im Umkehrschluss kehrte auch sein Temperament zurück, auf dem er einst seine Karriere aufbaute. Doch in Madrid ging der Schuss nach hinten los: Platzverweise folgten, die beim kritischen Publikum gar nicht gut ankamen. Sein Nationalteam-Partner Ioan Lupescu beäugte diese Eigenschaft ebenso kritisch: „Er ist ein Genie. Aber er hat keine gute Arbeitseinstellung.“ Hagi konterte daraufhin schlagfertig: „Die Nummer Zehn arbeitet nicht. Sie macht den Unterschied.“ Die nun vom Niederländer Leo Beenhakker gecoachte Truppe erreichte das Halbfinale des UEFA-Cups, scheiterte dort jedoch am FC Torino. National lief es auch um einiges besser, doch kurz vor dem Ziel verspielten die Königlichen das nationale Double. Die Meisterschaft ging am letzten Spieltag auf Teneriffa verloren und im Pokalfinale verlor man gegen den Stadtrivalen Atlético. Für Hagi war Madrid Geschichte: „Auf diese Weise zu verlieren, hat mir gezeigt, dass mein Schicksal nicht bei Real liegt.“

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Es war gemeinhin eine ungünstige Zeit, um zu Real zu wechseln: Das Starensemble von einst kam immer mehr in die Jahre, während in Barcelona unter Johan Cruyff ein neues Dreamteam herangezogen wurde. Aber Hagi lernte während seiner Zeit bei den „Königlichen“ dennoch einiges: „Ich habe gelernt, worauf es im Fußball ankommt: Wenn du in so einem großen Verein auch nur eine Sekunde nachlässt, verlierst du deinen Platz in der Mannschaft. Ich musste jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde top sein. Wenn du der Beste der Welt sein willst, kannst du keinen schlechten Tag haben, sonst reicht es nicht mehr. Und ich wollte der Beste sein.“

„Balsam für eine geschundene Seele“

Im Sommer 1992 wagte Hagi folgerichtig einen vorsichtigen Neuanfang beim Serie-A-Aufsteiger Brescia Calcio. Vordergründig waren der rumänische Trainer Mircea Lucescu, unter dem Gheorghe einst im Nationalteam debütierte, und einige Landsleute als Mitspieler die Hauptmotive des 10ers für den Wechsel direkt an den Gardasee. Der Ort sei „Balsam für eine geschundene Seele“, wie der 27-Jährige später zugab. Nach den ersten Monaten meinte Hagi: „Es muss einiges passieren, damit ich hier wieder weggehe.“

Ob in Spanien oder nun in Italien: Die Reporter hatten große Schwierigkeiten mit der Aussprache seines Namens. Irgendwann wurde es dem Rumänen zu bunt und er erklärte: „Mein Name lautet Rrrrr-hadschi – mit rollendem R und anschließendem H.“ Es sollte sich bessern. „Was für ein Name für einen Mann, der so filigran und gefühlvoll mit dem Ball umging und mit seinem linken Fuß vermutlich auch eine Sinfonie von Bach spielen konnte.“

Die Biancoazzurri, wie die dortige Fußballelf gerufen wird, machte sich in den vorangegangenen Jahren einen Namen als klassische Fahrstuhlmannschaft – und bestätigte das auch in Hagis Debütsaison: Umgehend musste man sich wieder in die Serie B verabschieden. In der Saison 1993/94 gelang Brescia der direkte Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse, die damals beste und lukrativste in ganz Europa. Hagi steuerte in diesen beiden Jahren 16 Treffer bei und legte unzählige auf.

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Neuanfang am Gardasee. Foto: Neal Simpson/EMPICS Sport
Das beste rumänische Nationalteam aller Zeiten

Die WM 1994, für die sich Rumänien qualifizierte, in den USA war eine der letzten Chancen sowie Bühnen für Hagi, sich wieder in das Rampenlicht der europäischen Topklubs zu spielen. Und der „Kommandant“ erwischte in der Gruppe mit Gastgeber USA, Schweiz und Kolumbien einen Bilderbuchstart. Gegen die letztgenannte Auswahl brillierte der 29-Jährige. Aus sage und schreibe 30 (!) Metern schoss er den Ball pfeilgenau in den Winkel – und sein Land damit zur 2:0-Führung. Bereits das 1:0 hatte er mit einer Einzelleistung im Mittelfeld wunderbar eingeleitet. In einem zeitgenössischen Spielbericht hieß es: „Es ist die 34. Spielminute, als Hagi den Ball auf dem linken Flügel bekommt, gut und gerne 40 Meter vom späteren Einschlagort entfernt. Schon bei der Ballannahme visiert er das Tor an, bemerkt, dass der Torwart nicht mit einem Schuss auf die lange Ecke rechnet. Warum auch? Hagi weiß längst, was er vorhat. Er nimmt den Ball noch ein paar Schritte Richtung Herrlichkeit mit, bevor er ihn mit einer unnachahmlichen Mischung aus Energie und Feingefühl in den langen Winkel schießt.“ Am Ende gewann Rumänien verdient mit 3:1.

Gegen die Schweiz hagelte es eine 1:4-Klatsche, wobei Kapitän Hagi den Ehrentreffer der Tricolorii beisteuerte. Am letzten Spieltag lief dann jedoch wieder alles nach dem Geschmack der von Gheorghe Hagi angeführten Truppe. Die Schweiz unterlag Kolumbien und die US-Boys wurden von Rumänien mit 1:0 besiegt. Die Überraschungsmannschaft aus den Karpaten lag mit sechs Punkten (ab der WM 94 wurden als Reaktion auf die torarmen Zustände bei der vorangegangenen WM erstmals drei Punkte pro Sieg eingeführt) an der Tabellenspitze.

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WM 1994: Hagi begeisterte die Massen. Foto: IMAGO
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Im Duell mit Carlos Valderrama. Foto: Instagram

Alles fieberte dem Duell zwischen Diego Maradona und Gheorghe Hagi – zwischen dem Karpaten-Maradona und dem „Maradona-Maradona“ – im Achtelfinale entgegen. Doch es kam anders: Der „Goldjunge“ aus Buenos Aires wurde nach dem letzten Gruppenspiel gegen Bulgarien aufgrund eines positiven Dopingtests vom Turnier ausgeschlossen. Die Vorfreude war im rumänischen Lager dennoch unermesslich: „Früher wollten wir solche Spieler unbedingt besiegen, weil wir neidisch auf sie waren. Wie sie da lässig mit ihren neuen Schuhen und modernen Fußballtrikots standen. Wir trugen alte Leibchen und abgenutzte Schlappen.“ Die „Dreifarbigen“ gingen rasch in Führung, erhielten den Ausgleich jedoch wenig später – zwei Minuten später stellte der vermeintliche Underdog den alten Spielstand wieder her. In der 58. Minute war es dann abermals Hagi, der für die Vorentscheidung sorgte. Der Anschlusstreffer zum 2:3 aus argentinischer Sicht änderte nichts mehr am sensationellen Aufstieg Rumäniens.

Im Viertelfinale verpasste die Mannschaft von Coach Anghel Iordănescu die große Chance, gegen den leichtesten Viertelfinal-Gegner Schweden unter die besten vier vorzustoßen. Erneut kam das Aus im Elfmeterschießen.

Das änderte jedoch rein gar nichts an der euphorischen Stimmung im Land und am größten Erfolg der Fußballnationalmannschaft. Die Fans feierten das Team als „große Offenbarung“. Und Hagi ragte in dieser goldenen 94er-Generation besonders heraus – er war gewissermaßen deren Epizentrum. Durch seine drei Tore und vier Vorlagen sowie sein fintenreiches Spiel wurde er in die Mannschaft des Turniers gewählt und verpasste das Ballon-d’Or-Podium nur knapp. Unterdessen standen in der Heimat die Präsidentschaftswahlen an. Hunderttausende (!) Anhänger skandierten „Hagi for President“, obwohl der Fußballgott gar nicht kandidierte. Unzählige Personen kritzelten seinen Namen auf den Wahlzettel – und Hagi hätte mehr Stimmen erhalten als einige der offiziellen Kandidaten.

„Totaler Fußball“ im Camp Nou

Nach der erfolgreichen WM wurde Hagi wieder zu einer heiß umgarnten Aktie. Praktisch am laufenden Band erhielt er Angebote der besten Vereinsmannschaften Europas wie Tottenham oder Newcastle. Doch eines Tages im Sommer 1994 erhielt der Star-10er einen Anruf von keinem Geringeren als Johan Cruyff, dessen großer Verehrer Hagi seit seiner Kindheit war. „Es hatte etwas Magisches“, so der Rumäne. Persönlich hätte er damals gerne das Trikot des jungen und aufstrebenden Ajax Amsterdam übergestreift – aber für den FC Barcelona aufzulaufen war eine einzigartige Gelegenheit. Als Cruyff, der Barça wieder zu einem Starensemble herantrainierte und zur spanischen Nummer eins sowie zum Landesmeistercup-Sieger machte, Hagi anrief, sagte er, „ich sei seine Lieblingsnummer 10“ – eine besondere Ehre für den am Höhepunkt seiner Karriere stehenden Gică. „Cruyff war ein Held meiner Jugend, der beste Zehner aller Zeiten.“

Cruyff, den Hagi als eine „Inspiration“ beschrieb, lotste alle Stars der zurückliegenden WM ins Camp Nou, um die erfolgreiche Ära der Katalanen weiterzuführen. So wurden der brasilianische Weltmeister Romário, Hristo Stoichkov, der mit Bulgarien den phänomenalen vierten Platz erreichte, und eben Gheorghe Hagi, den der Trainer als „Supermann“ beschrieb, Teamkollegen bei der Blaugrana.

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Der rumänische Ausnahmekönner war damals erst der sechste Kicker, der von Real zum ewigen Rivalen aus Barcelona wechselte. Weitere Spieler, die in ihrer aktiven Karriere für beide Mannschaften aktiv waren, hießen etwa Michael Laudrup, Bernd Schuster, Luis Enrique, Luis Figo, Samuel Eto’o und Ronaldo. Und Hagi wurde dabei ein weiteres, besonders Privileg zuteil: Er durfte bei beiden Großklubs mit der Nummer 10 auflaufen. „Schon wenn du am Spind das Trikot mit der Nummer Zehn hängen siehst, fühlst du dich wichtig. Die Rückennummer ist die höchste Auszeichnung, die du innerhalb einer Mannschaft bekommen kannst. Aber sie wiegt auch sehr schwer“ – und das sah man vor allem bei Hagis Aufenthalt in Katalonien in aller Deutlichkeit.

Ähnlich wie zu seiner Zeit bei Real neigte sich nun auch die erfolgreiche Cruyff-Ära bei Barça dem Ende zu. Der Trainer wurde nun als „Alphatier“ und „Sturbock“ beschrieben, der sich nichts gefallen ließ. Die Kicker durften sich nichts mehr erlauben. So kam es regelmäßig vor, dass er seine 10 bei unzufriedenstellenden Leistungen problemlos für einige Spiele auf die Bank setzte. Einmal strich er Hagi sogar zwei Monate lang gänzlich aus dem Kader. „Es war eine Lektion fürs Leben. Cruyff war der beste Trainer, den ich je hatte. Alles, was ich weiß, habe ich von ihm“, nahm es Hagi sportlich und rational.

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Hagi bei Barcelona. Foto: getty

Ein weiteres Problem, das Hagi bei Barcelona zu schaffen machte, war, dass er nun wieder einer von vielen war und nicht der „Kommandant“, auf den alle Augen gerichtet sind. Auf der anderen Seite nahm er während seines Aufenthalts in der Küstenstadt auch einige wertvolle Lektionen für seinen weiteren Karrierewerdegang mit. Er lernte, sich dem System unterzuordnen, wie das im von Cruyff gelehrten totaalvoetbal („Totaler Fußball“), dessen Fan Hagi seit seiner Kindheit war, vorgesehen war und gehandhabt wurde. Noch heute identifiziert sich der Rumäne weitaus besser mit der Spielphilosophie Barcelonas als mit der von Real.

Ergebnistechnisch lief es mit dem Barça der mittleren 90er-Jahre eher überschaubar. 1994/95 wurde die Mannschaft in der Liga nur Vierter, schied in der Copa del Rey bereits im Achtelfinale aus und scheiterte in der 1992 eingeführten Champions League im Viertelfinale an Paris. Weitaus besser – wenn an Barças Erwartungshaltung gemessen jedoch eher überschaubar – lief es in der darauffolgenden Spielzeit 1995/96. In der heimischen La Liga steigerte man sich auf Platz drei, erreichte das Finale des Pokals und scheiterte im UEFA-Cup erst im Halbfinale an den starken Bayern. Als einzigen Titel mit den Katalanen nahm Hagi den Gewinn der Supercopa 1994 gegen Saragossa in seine lange Liste mit. In 51 Partien erzielte „King Gheorghe“ elf Treffer.

Hagis „zweite Jugend“

Gică Hagi war mittlerweile 31 Jahre alt. Im Sommer 1996 verließ er den großen FC Barcelona, um beim türkischen Großklub Galatasaray Istanbul ein neues und gleichzeitig letztes Abenteuer in Angriff zu nehmen. Alle waren sich einig: „Gala“ passte hervorragend zum rumänischen Wunderkicker – denn es war ein Verein, der genau über jene Rahmenbedingungen verfügte, die Hagi brauchte, um zu Glanzleistungen aufzulaufen: Prominent, aber nicht zu groß, einen immensen Anhängerkult, der ihm zu Füßen lag, und eine Mannschaft, die einen Dirigenten oder eben „Kommandanten“ brauchte. Es war ein „Umfeld, das Extravaganzen zulässt, wenn die Leistungen stimmen.“

Es dauerte nicht lange, bis Hagi zur absoluten Identifikationsfigur eines jeden Anhängers der „Löwen“ vom Bosporus avancierte. Er tänzelte, zauberte und netzte wie am Schnürchen. Umgehend wurde er in zahlreiche Fangesänge aufgenommen, die nun regelmäßig durch das Stadion hallten. „Bei Galatasaray erlebte Hagi seine zweite Jugend“, hieß es.

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Mit dem Verein wurde er viermal in Serie türkischer Meister (1997, 1998, 1999, 2000) sowie zweimal Pokalsieger (1999, 2000). In der Nationalmannschaft lief es hingegen nicht mehr so rund. Bei der EM 1996 wurden die „Dreifarbigen“ in einer regelrechten Todesgruppe mit Frankreich, Bulgarien und Spanien sang- und klanglos Gruppenletzter. Die WM 1998 sollte also Hagis letzte Chance werden, im Teamdress noch einmal groß aufzuspielen. Rumänien wurde nach der erfolgreichen Qualifikation als Geheimfavorit gehandelt – und das zu Recht. Denn in der Gruppe blieb die Mannschaft gegen England sowie Kolumbien (Hagi erzielte jeweils einen Treffer) siegreich und remisierte gegen Tunesien. Im Achtelfinale war gegen das aufblühende Kroatien rund um Davor Šuker, der auch das Goldtor erzielte, jedoch Endstation. Für Gică war es der letzte Tanz auf der WM-Bühne. Im Jahr 2000 ließ Rumänien bei der EM in Belgien und den Niederlanden noch einmal aufhorchen und überstand die Gruppe mit Deutschland, England sowie Portugal. Im Vorfeld des Turniers wurde Teamchef Victor Piturca entlassen, weil er gesagt hatte: „Wir hätten auch ohne Hagi die EM-Qualifikation geschafft.“ Am 24. Juni 2000 schied das Team im Viertelfinale gegen Italien aus und Hagi absolvierte sein letztes von insgesamt 124 Länderspielen, in denen er es 35-mal zum Torerfolg brachte.

Im Jahr 2000 feierte der mittlerweile 35-Jährige zudem einen seiner Karriere-Höhepunkte. Neben dem nationalen Double stieß Galatasaray ins Endspiel des UEFA-Cups vor. Zuvor hatte man hochkarätige Klubs wie Bologna, BVB und Leeds aus dem Bewerb gekegelt. Doch im Finale kam mit Arsenal London das Sahnehäubchen dieser Auflistung. Die auf vielen Ebenen revolutionären Gunners befanden sich unter Trainer Arsène Wenger in ihrer erfolgreichsten Vereinsepoche und hatten in ihren Reihen klingende Namen wie etwa Thierry Henry, Dennis Bergkamp, Davor Šuker, David Seaman, Tony Adams Patrick, Vieira, Marc Overmars und Emmanuel Petit.

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Hagis größter Titel: Der UEFA-Cup 2000. Bild: Popperfoto/Getty Images

Über den Favoriten gab es keine zwei Meinungen, doch die Türken kamen mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen nach Kopenhagen gereist und waren spätestens nach dem Sieg über Dortmund felsenfest vom Titel überzeugt. Das Spiel selbst bot wenig Sehenswertes und so musste das Elfmeterschießen zur Ermittlung des Siegers her. Hagi flog in Minute 93 mit Rot vom Platz. Vom Punkt aus versagten die Engländer kläglich und Gheorghe Popescu, Hagis Schwager und seit 1997 bei „Gala“, schoss den Verein in die Geschichtsbücher. Noch nie zuvor hatte eine türkische Vereinsmannschaft einen internationalen Titel erringen können. Die Fans befanden sich wochenlang im emotionalen Ausnahmezustand.

In der Königsklasse 2000/01 überstanden die „Löwen“ zudem erstmals die Gruppenphase – wohlgemerkt: gemeinsam mit Sturm Graz. Doch im Gegensatz zu den „Blackies“ aus der Steiermark überstanden die Türken auch die zweite Gruppe und standen somit unter den acht besten Vereinsmannschaften Europas. Erst Hagis früherer Arbeitgeber Real Madrid konnte die Bosporus-Kicker mit Hängen und Würgen aufhalten.

Im Sommer 2001 hängte Hagi seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel. „Ich habe den Ball immer gemocht und ich habe immer gerne gewonnen. Das hat mich dazu gebracht, bis ich 36½ Jahre alt war zu spielen, und ich weiß nicht, wie viele Menschen in diesem Alter noch gespielt haben. Und ich sage Ihnen, warum ich aufgehört habe: Ich habe aufgehört, weil ich nicht mehr trainieren konnte. Das Schwierigste im Fußball und in anderen Berufen ist das Training. Während eines Spiels macht es Spaß, aber im Spiel spielt man so, wie man trainiert. Es ist unmöglich, das Training nicht zu lieben und dann im Spiel auf dem Platz zu stehen. So etwas gibt es nicht.“ Nach seinem Abgang gewann Galatasaray weitere fünf Meisterschaften – doch für die Anhänger hatte dies gewiss nicht dieselbe Bedeutung wie mit dem großen Gheorghe Hagi.

Förderer des rumänischen Jugendfußballs

Die aktive Karriere mochte zwar beendet sein, doch der „Fußball-König Rumäniens“ blieb dem Fußball nicht lange fern. Bereits am 1. Juli 2001 trat er den Posten als Teamchef seines Landes an. Doch nach der verpassten Qualifikation für die WM 2002 wurde er nach nur fünf Monaten wieder seines Amtes enthoben. Und so zog es sich bis in die 2010er-Jahre durch seine gesamte Trainerlaufbahn. Sein einziger großer Titel als Coach war der türkische Pokalsieg 2005 – natürlich mit Galatasaray Istanbul.

Im Jahr 2009 schlug Hagi einen neuen Weg ein: Er gründete seine eigene Fußballakademie, die „Academia de Fotbal Gheorghe Hagi“, in deren Aufbau er aus eigener Tasche geschätzte zehn (!) Millionen Euro investierte. „Mit dieser ganzen Akademie möchte ich dem Fußball etwas zurückgeben, denn ich habe mich immer in seiner Schuld gefühlt.“ Umgehend schlossen sich dem Projekt 200 Kinder und rund 100 Mitarbeiter an, die fortan täglich an der Verwirklichung von Hagis großer Vision feilten: eine Generation an Kickern zu schaffen, die wieder um den WM-Titel mitspielen kann. Die Akademie übernahm den Drittligisten FC Viitorul Constanța, und im Jahr 2017 geschah das Unvorstellbare: „Hagis Kinder“, wie sie genannt werden, gewannen die rumänische Meisterschaft, zwei Jahre darauf folgte der Cupsieg. 2021 fusionierte der Verein mit Farul Constanța, wo Hagis ballesterische Laufbahn im Jahr 1975 ihren Anfang fand. 2023 gewann der Verein die Liga. Lange Zeit fungierte Hagi selbst an der Seitenlinie, wodurch ihm 2015, 2017 und 2023 der Titel „Rumäniens Trainer des Jahres“ zuteilwurde.

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Gründer, Präsident und Trainer der Hagi-Akademie. Bild: Romania-Inside

Heutzutage gibt es in Europas Topligen zahlreiche Spieler, die Hagis Akademie in ihrer Vita aufweisen können. Von Constanța aus ging es für einige Teenager unter anderem zu Ajax, Fiorentina und den Glasgow Rangers. Fast die Hälfte des aktuellen rumänischen Nationalteamkaders hat einen Hintergrund in der Akademie. Auch Hagis Sohn Ianis durchlief die Akademie seines Vaters und kam seit 2018 bereits auf beachtliche 38-mal zu Teamehren. Gheorghe über seinen Sohn: „Im Gegensatz zu mir ist er beidfüßig, größer und schlanker. Er ist ein absoluter Playmaker.“

„King Gheorghe“ will dem rumänischen Fußball „neuen Glanz“ verleihen und ihn zu alter Stärke zurückführen. „Ich arbeite daran, Champions hervorzubringen. Ich möchte Weltmeister hervorbringen. Daran glaube ich. Ich glaube an meine Arbeit und an das Talent der rumänischen Spieler. Man muss sich die größten Ziele setzen und unermüdlich daran glauben. Sonst wird man nicht viel erreichen.“ Der erste Schritt in die richtige Richtung war die erfolgreiche Qualifikation für die EM 2024 – überhaupt die erste Teilnahme an einem Großereignis seit dem Jahr 2000. Auch heute noch begeistert Hagi, der Anfang dieses Jahres 60 wurde und seine Autobiografie unter dem Titel „Mein Weg“ veröffentlichte (vordergründig geht es darin um Taktik, Philosophie und den Weg zum Erfolg), während oder nach den Trainingseinheiten mit Ballkünsten, von denen die meisten nur träumen können.

Titel und Auszeichnungen

Als Spieler

7x Rumäniens Fußballer des Jahres (1985, 1987, 1993, 1994, 1997, 1999, 2000)

2x rumänischer Torschützenkönig (1984/85, 1985/86)

1x UEFA-Cup-Sieger (1999/00)

2x UEFA-Supercup-Sieger (1987, 2001)

3x spanischer Supercup-Sieger (1990, 1991, 1994)

3x rumänischer Meister (1986/87, 1987/88, 1988/89)

3x rumänischer Cupsieger (1986/87, 1987/88, 1988/89)

4x türkischer Meister (1996/97, 1997/98, 1998/99, 1999/00)

2x türkischer Cupsieger (1998/99, 1999/00)

2x türkischer Supercup-Sieger (1995/96, 1996/97)

Als Trainer

2x rumänischer Meister (2016/17, 2022/23)

1x rumänischer Pokalsieger (2018/19)

1x rumänischer Supercup-Sieger (2019)

1x türkischer Pokalsieger (2004/05)

3x Rumäniens Trainer des Jahres (2015, 2017, 2023)

Persönlich

Rumäniens Fußballer des Jahrhunderts

Landesmeistercup-Torschützenkönig (ex aequo) 1987/88

FIFA-Allstar-Team 1994

UEFA Golden Jubilee Poll Platz 28

Mitglied der FIFA 100 (Auswahl von Pelé)

Golden Foot-Legende

Titelbild: theduochronicles