Lesedauer: ca. 5 Minuten
Es wird wieder ernst in Fußball-Österreich. Am kommenden Wochenende, vom 25. bis 27. Juli, steigt die erste Runde im prestigeträchtigen ÖFB-Cup. Dabei kommt es mitunter zu spannenden und traditionsreichen Begegnungen. Eine Vorschau.
Eröffnet wird die neue Spielzeit bereits am morgigen Freitag mit einem Derby im 21. Wiener Gemeindebezirk: SR Donaufeld, Regionalliga-Ost-Meister der Vorsaison, empfängt den Zweitligisten FAC. Anschließend steigen auch die ersten Bundesligisten in den Bewerb ein. So trifft Zweitliga-Meister Ried auf den amtierenden Meister der Burgenlandliga, Parndorf. Seitens der Innviertler Pokal-Wundertüte – 1998 sowie 2011 gewann man den Cup, zudem stand man zwei weitere Male im Endspiel – wird betont, dass der Gegner keinesfalls unterschätzt werden dürfe. Wolfgang Fiala (Geschäftsführer Sport): „Die Erwartungen für das Match gegen Parndorf sind klar: Wir wollen in die nächste Runde aufsteigen. Wie uns das gelingt, ist mir relativ egal. Parndorf hat eine starke Mannschaft mit extrem viel Bundesliga-Erfahrung. Sie haben zuletzt wieder zwei Spieler aus der 2. Liga dazubekommen. Es wird in jeder Hinsicht unser Maximum brauchen, um dieses Spiel positiv zu gestalten.“ Trainer Maximilian Senft ergänzt: „Wir sind hungrig auf das erste Pflichtspiel. Mit Parndorf erwartet uns ein Drittligist mit hoher Spieler-Qualität und internationaler Erfahrung. Wir wissen aber natürlich um unsere Favoritenrolle, wollen dieser gerecht werden und in die nächste Runde einziehen.“ Zeitgleich (18 Uhr) kommt es in Niederösterreich zum Derby zwischen dem Kremser SC – Pokalsieger von 1988 – und SKU Amstetten sowie zum Auftritt des amtierenden Cupsiegers WAC im oberösterreichischen Wallern.
Um 19 Uhr erfolgt im fernen Westen der Ankick zu einem Spiel mit Brisanz: Der FC Dornbirn trifft auf den Grazer AK. Beim Gedanken an diese Begegnung erinnert man sich unweigerlich an das chaotische Zweitliga-Finale 2023, als Dornbirn den Grazern am letzten Spieltag die Aufstiegsfeier vermasselte. Inzwischen sind die Vorarlberger nicht mehr zweitklassig – das Ziel des GAK ist dennoch klar: Revanche für den 4. Juni und der Einzug in Runde zwei. Für die Linzer Blau-Weißen, die in der Sommervorbereitung gegen prominente Gegner testeten, geht die Reise nach Treibach. Die Mannschaft von Neo-Coach Mitja Mörec will beim Regionalligisten aus Kärnten nichts dem Zufall überlassen und souverän weiterkommen. Um 20:30 Uhr – live auf ORF 1 – empfängt der SK Bischofshofen den siebenfachen Cupsieger und amtierenden Meister Sturm Graz. Noch im Vorjahr hatten sich die „Schwoazn“ beim Kremser SC regelrecht in Runde zwei gequält.
Der SCR Altach will am Samstag um 17 Uhr ein weiteres frühes Cup-Aus vermeiden. Im Vorjahr scheiterte die Truppe aus dem Ländle an SR Donaufeld. Diesmal geht es mit Hirschwang gegen einen Pokal-Neuling. Für Red Bull Salzburg führt der Weg zu Union Dietach. Gestern kämpften sich die „Bullen“ in der zweiten Champions-League-Quali-Runde bei Brann Bergen nach Rückstand zurück und siegten noch mit 4:1. Rückkehrer Stefan Lainer (39-facher ÖFB-Teamspieler), der bereits von 2015 bis 2019 für Salzburg spielte, resümierte: „Der Gegner hat uns vor allem in der ersten Halbzeit alles abverlangt, es war – wie erwartet – ein harter Fight. Es war alles ein bisschen schwerfällig. Im zweiten Durchgang sind wir dann aber besser reingekommen, wir haben ein paar Prozent zulegen können, und da haben wir auch unsere spielerischen Elemente besser auf den Platz gebracht. Und dann sind wir, auch in der Höhe verdient, hintenraus als Sieger vom Platz gegangen. Der erste Schritt ist getan“ – und der zweite soll am Samstag folgen. Parallel zum Salzburg-Spiel kommt es in Wien-Döbling zu einem echten Traditionsduell in Schwarz-Weiß: Der Wiener Sportclub empfängt den Linzer ASK. Die Hauptstädter können auf eine lange Pokalhistorie zurückblicken: 1923 holte man den Titel – damals waren nur Wiener und niederösterreichische Teams teilnahmeberechtigt – und stand insgesamt acht Mal im Endspiel. Auch wenn der Verein seit über 20 Jahren in der Regionalliga spielt, ist er für Cup-Wunder gut: In der Saison 2022/23 schaltete man etwa die Wiener Austria aus. 1966/67 begegneten sich die beiden Teams zum bislang einzigen Mal im Cup – damals behielt der LASK die Oberhand. Der Samstag endet mit einer weiteren traditionsreichen Begegnung: Hartberg muss zum Oststeirerderby nach Lafnitz. Schon 2014/15 und vergangene Saison warf man den Nachbarn aus dem Bewerb. Immerhin arbeiten beide Vereine seit 2024 im Nachwuchs zusammen – unter dem gemeinsamen Dach „DSM Fußballakademie Oststeiermark“.
Rapid und Austria müssen heute in der Conference-League-Qualifikation ran, weshalb ihre Cup-Partien erst am Sonntag stattfinden. Die Hütteldorfer treffen heute Abend auf den montenegrinischen FK Dečić, die Veilchen empfangen den FC Spaeri aus Tiflis. Die Spielberichte folgen morgen. Für die Wiener Austria wird es schnell wieder ernst – bereits am Sonntag um 13 Uhr gastiert sie beim ASK Voitsberg. Dass sich der Rekordpokalsieger in den letzten Jahren gegen steirische Teams oft schwergetan hat, ist bekannt: Im Vorjahr scheiterte man im Halbfinale an Hartberg, 2022/23 an Sturm Graz, 2021/22 an Kapfenberg und 2018/19 am GAK. Ob sich dieser Negativlauf fortsetzt, wird sich zeigen. Zum absoluten Schlager kommt es am Sonntagabend (17 Uhr): Wacker Innsbruck trifft auf den SK Rapid – ein echter Klassiker, dessen große Tage aber in der Vergangenheit liegen. Fünf Mal standen sich die Traditionsvereine in einem Cupfinale gegenüber – Wacker siegte zweimal (1973, 1995), Rapid dreimal (1976, 1983, 1987). Das letzte Pokalduell der beiden datiert aus dem Jahr 2001 – mit dem besseren Ende für die Tiroler, die später im Finale am FC Kärnten scheiterten. Der Traditionsverein vom Tivoli verkündete kurz nach der Auslosung: „Unglaublich, aber wahr: Unser ÖFB-Cup-Spiel gegen den SK Rapid ist restlos ausverkauft! Binnen weniger Minuten waren auch die letzten verfügbaren Tickets vergriffen.“ Rapid-Trainer Peter Stöger meint: „Es ist ganz einfach lässig. Ein echtes Cupspiel, die Hütte wird voll sein. Ein Traditionsklub, der wieder am Leben ist, spielt gegen den vielleicht größten Traditionsclub in Österreich, was gibt es Schöneres? Dafür bin ich Trainer, dafür bin ich Spieler, das ist eine coole Geschichte, ich finde es super und ich freue mich, dass sie wieder da sind.“ Man darf sich auf ein großes Spektakel freuen. Die 15.000 Zuseher sind ein weiteres Zeichen dafür, dass die Schwarz-Grünen trotz aller Turbulenzen der 2000er-Jahre und mehrfacher Abstiege ihre treuen Anhänger nie verloren haben.
Alle Spiele:
Donaufeld-FAC
Parndorf-Ried
Wallern-WAC
Krems-Amstetten
Reichenau-Hohenems
Dornbirn-GAK
Marchfeld-Jennersdorf
Kalsdorf-St.Pölten
Imst-Hertha Wels
Gurten-Wals Grünau
Velden-Neusiedel
Weiz-Admira
Lauterach-Schwaz
Traiskirchen-WSG
Treibach-BW Linz
Tillmitsch-Vienna
Horn-Klagenfurt
Vöcklmark-SW Bregenz
Oberwart-ATSV Wolfsberg
Bischofshofen-Sturm
Helfort Wien-KSV
Hirschwang-Altach
Oedt-Austria Salzburg
Kuchl-Lustenau
Dietach-RB Salzburg
Wiener Sportclub-LASK
Lafnitz-Hartberg
Lendorf-Donau Wien
Retz-Stripfing
Voitsberg-Austria Wien
Innsbruck-Rapid
Pinzgau Saalfelden-Röthis
Foto: © GEPA
